Verschiffung Veracruz (Mexiko) nach Emden (D)
Wir hatten das Fahrzeug ja am 24.03.2017 bei der Agentur in Veracruz abgegeben.
Es war vereinbart, dass alles was zu einem Wohnmobil gehört, im Fahrzeug bleiben
konnte. Lebensmittel und Getränke jedoch dürften nicht an Bord sein.
Aber die lokale Agentur bestand darauf, dass auch Kleider, Schuhe und Bettwäsche
zu entfernen seien.
Wir haben diese dann über das Hotel als Spende einer caritativen
Organsiation zukommen lassen. Planmäßig sind wir dann am 27.02. (Rosenmontag)
nach Mexiko-City weitergefahren.
Über entsprechende Webseiten (www.marinetraffic.com) konnten wir feststellen,
dass unser Autotransporter, die Viking Adventure, geplantes Auslaufen aus
Veracruz am 06.03., sich mindestens eine Woche verspätet. Am 05.03. sind wir
dann nach Miami geflogen ohne über Stand der Verschiffung genaue informationen
zu haben.
Am 07.03., wir waren schon an Bord der AIDAvita auf hoher See, erreichte uns die
Nachricht, dass neue Probleme mit dem Zoll aufgetreten seien: Bei der letzten
Einreise im August 2016 nach Mexiko haben wir eine Zollerklärung ausgefüllt in der
Gegenstände aufgeführt waren, die man durch ankreuzen deklarieren konnte wie z.B.
Computer, Radios, Geschirrspüler, Mikrowelle, Waschmaschine usw.
Es war zwar eine Zeile vorhanden mit "Otros" ("Andere"), aber uns war nicht klar,
dass das eine vollständige Packliste aller, auch geringwertiger Gegenstände, sein
sollte. All das, was nicht deklariert war, sollte aus dem Fahrzeug ausgeladen werden.
Nun ist es so, verlässt man Mexiko auf dem Landweg, was wir schon zweimal gemacht
haben, gibt es keine Grenzkontrolle auf mexikanischer Seite, sondern man landet
gleich bei der Einreisekontrolle USA bzw. Guatemala. Bei der Ausreise über See
gelten daher wohl andere Bedingungen.
Wir haben dann aus Deutschland eine Adresse in Mexiko-City genannt bekommen
(Bekannte unseres Sohnes) zu der wir die ausgeladenen Sachen aus dem Fahrzeug
schicken lassen könnten. Gleichzeitig haben wir an das deutsche Konsulat in
Veracruz geschrieben mit der Bitte um Unterstützung. Von der deutschen Botschaft
in Mexiko-City haben wir dann Nachricht bekommen dass sie sich der Sache annehmen.
Am 11.03. haben wir aus Veracruz von Honorarkonsulin Erika S. Rempening folgende
Nachricht bekommen:
Sehr gehrte Frau Röger, Sehr geehrter Herr Röger,
... kann ich Sie informieren, dass Dank eines guten Bekannten von mir, er ist
der Vorsitzende des Verband der Zollagenten in Veracruz,
konnte ich den Sachstand Ihres Wohnmobile nachvollziehen.
Laut meines Bekannten wurden all die Bedingungen geklärt, damit Ihr Wohnmobil
am Montag eingeschifft werden kann. Es gibt eine Verspätung mit der Ankunft des Schiffes.
Es wurden keine Sachen entfernt, da dieses nicht nötig war.
Mit freundlichen Grüssen,
HK Erika S. Rempening
Uns sind zwanzig Steine vom Herzen gefallen. Dass inzwischen die "Viking Adventure",
unser "Vehicles Carrier", erst am 13.03. in Veracruz eintreffen wird, also eine Woche
später als laut Fahrplan, ist da nicht so wichtig.
Nachtrag vom 21.03.2017
Inzwischen wurden wir von der deutschen Verschiffungsagentur informiert:
- Es wurden doch Sachen aus dem Fahrzeug entfernt und zwar bevor die Honorarkunsulin sich eingeschaltet hatte.
- Die Einschiffung des Fahrzeug sei inzwischen erfolgt, aber auf einem anderen Schiff, der "Viking Conquest".
- Das Ankunftsdatum in Emden sei nun der 06.04.2017 (also ziemlich genau 2 Wochen später als geplant).
Mal sehen, ob das Ankunfstdatum so bleibt.
Nachtrag vom 10.04.2017
Natürlich ist der Ankunftstermin der "Viking Conquest" wieder nach hinten verschoben worden. Sie soll nun
am 11.04. in Emden ankommen.
Wir fahren heute mit der Bahn nach Emden und hoffen das Beste.
Nachtrag vom 13.04.2017
Nun, die Viking Conquest kam am erst am 12.4. an und wir hatten genügend Zeit, die Emder Matjesfilets zu verkosten. Am 13.4.
konnten wir dann um 9:00 Uhr bei der Verschiffungsagentur am Außenhafen in Emden unser Fahrzeug in Empfang nehmen. Es hat unter
tausenden PKW-Neuwagen geparkt.
Hieß es noch gestern dass mit dem Zoll alles klar sei (wir hatten die Verschiffungspapiere nach Halifax als Beleg der Ausfuht
vorab übermittelt), so
wollte der Zoll heute doch noch das Fahrzeug inspizieren. Wir fuhren also als erstes zum Zoll in Emden in die Halle und
packten alles (war nicht mehr viel) aus dem Fahrzeug. Dann machten sich zwei Drogenspürhunde über unser LKW'le her. Vergeblich.
Die Mexikaner hatten gründliche Arbeit geleistet: Sogar die Toilettenbürste hatten sie abgeschraubt. Die Pinnwand mit
Bildern unserer Enkelinnen war weggerissen und sogar der Besteckeinsatz in einer Küchenschublade war rausgenommen worden.
Die Campingausrüstung und viele Ersatzteile, Kabel und sogar die Akku-Bohrschrauber-Ladestation war weg. Der Akku-Bohrschrauber
aber war da aber kann nun nicht mehr geladen werden. Das spezielle Schwerlast-Abschleppseil war weg, das Starthilfe-Kabel jedoch da.
Auch der Kfz-Erste-Hilfe-Kasten und die Warnwesten waren nicht mehr auffindbar. Nach welchen Kriterien die Mexikaner
vorgegangen waren ist schleierhaft.
Immerhin: das Fahrzeug selbst wurde wohl schadlos überführt.
Der Rest des Tages war damit ausgefüllt, einen neuen Hausstand zu beschaffen. Dazu fuhren wir nach Oldenburg zu IKEA und OBI.